Leseprobe: Artgerechte Babyhaltung

ISBN 978-3407859594, gebunden, 160 Seiten, 12,90 Euro

 

Platz 3 der beliebtesten Neuerscheinungen in Erziehung

 

Artgerechte Babyhaltung

Als die amerikanische Anthropologin Margaret Mead in den 30er Jahren durch die Südsee reiste, soll sie gefragt worden sein, ob es wahr sei, dass amerikanische Mütter ihre Babys nachts in Käfige einsperrten, heißt es in einem Internet Artikel von Dr. Friederike M. Perl zum Thema Co-Sleeping (vgl. Pearl 2011). Ja, das tun sie ehrlich gesagt. Aber nicht nur die amerikanischen, auch die europäischen Mütter praktizieren diese Form der Käfighaltung. Das ist eine Errungenschaft unserer Zivilisation. Die Gitterbettchen sind nicht nur in ihrer Funktion mit einem Käfig zu vergleichen, nein auch in ihrer Optik. Natürlich klingt die Frage in unseren Ohren etwas absurd. Wer tut sein Baby schon in einen Käfig? Wenn man die Sache dann aber mit dem Blick des Außenstehenden betrachtet, liegt diese Assoziation doch wirklich nahe. Spinnen wir also die Idee mit dem Käfig mal weiter. Wenn man schon Käfighaltung betreibt, sollte diese dann nicht wenigstens möglichst artgerecht sein? Was aber ist artgerechte Babyhaltung? Bei Hasen zum Beispiel heißt es immer, es wäre nicht artgerecht, sie einzeln zu halten, da sie soziale Wesen sind. Sind Menschen das nicht auch? Dann müsste man also mindestens zwei Babys halten oder eigentlich noch mehr, damit sich in dem kleinen Verband eine arttypische Sozialstruktur entwickeln kann. Aber wer macht das schon? Meistens liegt das Baby in Ermangelung weiterer Babys doch alleine in seinem Bett. Außerdem, so sagt man seit vielen Jahren, soll das ja auch das Beste für seine Entwicklung sein. Da wird es nicht so abhängig und verweichlicht. Aber kann das das Beste sein? Schauen sie sich doch mal ein neugeborenes Baby an. Das ist definitiv nicht dafür gemacht, alleine in einer Höhle rum zu liegen. Es kann sich kaum bewegen, es hat kein Fell und ständig Hunger. Menschenbabys sind nicht gerade optimal dafür ausgestattet, möglichst früh selbstständig zu sein. Bei Tieren ist das häufig anders. Ein Fohlen zum Beispiel kann schon kurz nach der Geburt laufen, es hat ein warmes Fell und funktionierende Sinnesorgane. Und trotzdem käme seine Mutter mit Sicherheit niemals auf die Idee, im Schlaf von seiner Seite zu weichen. Eigentlich sollte man meinen, dass jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch selbst auf die Idee kommen müsste, dass es für Babys, einfach schon aus biologischer Sicht, eben nicht das Beste ist, alleine irgendwo rum zu liegen.

Ein alleine zurück gelassener Säugling schreit, weil er biologisch-evolutionär gesehen in Lebensgefahr ist. Auch wenn ihm das vielleicht in der ganzen Tragweite so nicht bewusst ist, hat er dennoch alleine Angst.

Und obwohl diese Einsicht eigentlich auf der Hand liegt, muss man lange suchen, bis man Stimmen findet, die etwas anderes propagieren als das alleine im Bettchen Schlafen. Komisch eigentlich. Diese anderen empfehlen dann das so genannte Co-sleeping. Hört sich spektakulär an, ist aber nichts anderes als die gute, alte Methode „Besucherritze“. Soll heißen, das Kind schläft halt mit im Bett. Um zu so einer simplen Schlussfolgerung zu kommen, brauchte es allerdings jede Menge Wissenschaft. Die Wissenschaftler berufen sich dabei auf Erkenntnisse der modernen Säuglingsforschung, die besagen, dass Babys auf Nähe und Zuwendung angewiesen sind und erforschen in diesem Sinne das Co-sleeping. Sie stellten fest, dass der Organismus des Babys auf Dauerkontakt zu einer Bezugsperson ausgerichtet ist. Aber auch für die Milchbildung der Mutter ist ein ständiger Kontakt zum Kind förderlich. Um die gesamten Körperfunktionen des Kindes optimal aufrecht zu erhalten, sei das Kind auf ständige Stimulation angewiesen. Also auf Körperkontakt auch und gerade nachts (vgl. Pearl 2011). Aus dieser Sicht ist das Separatschlafen natürlich Blödsinn. Was aber an den Erkenntnissen der „Besucherritzenforschung“ wirklich revolutionär ist, ist die Tatsache, dass sich durch das Co-sleeping die Schlafrhythmen von Mutter und Kind angleichen. Es wurde festgestellt, dass „die Mutter ihre Schlafzyklen verkürzt, ihre Tiefschlafphasen rascher erreicht als früher, und ebenfalls rascher aus diesen herauskommt, und zwar in fein abgestimmter Parallelität mit dem Kind. Bei gelungener Synchronisierung erreichen Mutter und Kind ihre tieferen und flacheren Schlafphasen nahezu gleichzeitig“ (Pearl 2011). In Schlaflabors hat man Mütter mit ihren Kindern gemeinsam und getrennt von ihnen schlafen lassen. Dabei hat man festgestellt, dass die Mütter, wenn die Kinder bei ihnen im Bett schlafen auf das nächtliche Unruhigwerden ihrer Kinder sofort reagieren, diese Anlegen und sofort weiterschlafen. Sie erinnern sich zum Teil morgens noch nicht mal mehr an das Stillen. Wenn die Mütter aber getrennt von ihren Kindern schlafen, wachen sie erst viel später auf und werden von dem weinenden Kind aus dem Schlaf gerissen. Mütter, die gemeinsam mit ihren Kindern im Bett schlafen, haben also den erholsameren Schlaf, obwohl sie sogar öfter aufwachen (bis zu zehn Mal) (vgl. Pearl 2011).

Die Co-sleeper gehen davon aus, dass das Kind aufgrund von Reifungsprozessen sowieso irgendwann von selbst durchschlafen wird.

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